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Alte Bekannte, neue Gesichter
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Im Eishockey kennt man sich. Selten allerdings so gut wie an diesem Wochenende. Am Freitag, 25. September, empfangen die Bietigheim Steelers um 19:30 Uhr die Blue Devils Weiden in der EgeTrans Arena, am Sonntag geht es um 17:00 Uhr zu den Starbulls Rosenheim. Zwei Wiedersehen mit vertrauten Gegnern, bei denen aber längst nicht mehr alle Gesichter die alten sind.
Mit Weiden verbindet die Steelers eine Bilanz, die ausgeglichener kaum sein könnte. Vier Duelle gab es in der vergangenen Saison, jede Mannschaft gewann zweimal, am Ende stand ein hauchdünnes 11:10 bei den Toren zugunsten der Steelers. Auch im Testspiel am 11. September behielten die Bietigheimer mit 4:3 knapp die Oberhand. Wer da auf ein entspanntes Freitagabendspiel hofft, kennt diese Paarung schlecht.
Wobei man die Blue Devils in diesem Herbst tatsächlich neu kennenlernen muss. Nach einer zähen Saison mit Platz zwölf, nur 14 Hauptrundensiegen und einem Umweg über die Playdowns, wo nach dem 0:4 gegen Bad Nauheim erst der 4:2-Serienerfolg gegen Kaufbeuren den Klassenerhalt sicherte, wurde in der Oberpfalz kräftig umgebaut. Neuer Head Coach ist David Matsos, an seiner Seite steht Mikhail Nemirovsky. Mit Brayden Tracey, Jordan Knackstedt, Michael Regush, Tyler Gron und Mario Scalzo kamen Erfahrung und reichlich physische Präsenz. Vor allem Tracey hat sich bereits nach vorne gespielt und verdient am Freitag besondere Aufmerksamkeit. Sorgen bereitet dagegen das Tor: Michael McNiven fällt nach einer Operation mindestens fünf Monate aus, vorerst müssen Conner McLeod und Patrik Mühlberger ran. Ausgerechnet McLeod hatte in der U20 eine kurze Station in Bietigheim. Überhaupt ist die Weidener Kabine erstaunlich grünweißblau durchsetzt, denn mit Calvin Pokorny und Filip Reisnecker laufen zwei Ex-Steeler für die Blue Devils auf. Und damit die Sache nicht zu einseitig wird, kennt auch Steelers-Goalie Felix Noack den Gegner von innen: Er stand in der vergangenen Saison selbst noch in Weiden zwischen den Pfosten.
Der Saisonstart der Blue Devils war so turbulent wie ihre Vorsaison. Zum Auftakt verspielten sie gegen Neuling Memmingen eine 3:1-Führung und verloren 3:4 nach Verlängerung, in Bad Nauheim folgte ein 4:3 nach Penaltyschießen. Macht zwei Punkte, genau wie bei den Steelers, die nach dem 1:4 in Regensburg mit einem 4:3 nach Verlängerung gegen die Lausitzer Füchse ihre ersten Zähler einsammelten.
Und dann ist da noch Tomaš Rubeš. Der Tscheche prägte Weiden über Jahre, sammelte 2024/25 stolze 57 Scorerpunkte und verließ die Blue Devils im Sommer gemeinsam mit Tyler Ward. Wer ihn am Freitag vermisst, muss nicht lange warten: Am Sonntag steht er im Trikot der Starbulls Rosenheim auf dem Eis.
Dort wartet das nächste Wiedersehen, und zwar ein reichlich verflochtenes. Basti Eckl und Benjamin Zientek haben Rosenheimer Vergangenheit, mit Lewis Zerter-Gossage und Lukas Laub tragen auch hier zwei Ex-Steeler inzwischen das Starbulls-Trikot. Die Bilanz aus der Vorsaison spricht allerdings eine deutliche Sprache: Dreimal gewann Rosenheim, nur einmal Bietigheim, die Tore standen 19:12. Kein Wunder bei einem Gegner, der als Dritter mit 97 Punkten und 164 Toren durch die Hauptrunde marschierte.
Auch an der Mangfall wurde nachgelegt, unter anderem mit Daniel Fießinger im Tor, Erik Ullmann, Ryan McKiernan und Sean Giles in der Abwehr sowie Jordy Bellerive und Keaton Mastrodonato im Sturm. Konstant bleibt nur Jari Pasanen, der bereits in seine fünfte Saison als Head Coach geht. Umso überraschender der Fehlstart: Nach einem 2:3 gegen Ravensburg und einem 3:4 in Kassel stehen die Starbulls noch ohne Punkt da und dürften am Sonntag entsprechend grimmig zu Werke gehen.
Man kennt sich also bestens. Wie die Geschichten dieses Wochenendes ausgehen, weiß trotzdem noch niemand. Das erste Kapitel schreiben die Steelers am Freitag um 19:30 Uhr in der EgeTrans Arena, und dafür brauchen sie ein paar ganz besonders vertraute Gesichter: Euch.