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Der Wahnsinn endet in der Overtime
Spielbericht /

Déjà-vu im Viertelfinale: Spiel 6 der Serie – erneut stehen die Steelers unter Druck: Sieg oder Sommerpause. Eine andere Alternative gibt es nicht.
Die größte Änderung zur vorangegangenen Serie steht hinter der Bande: Boris Blank übernimmt als Headcoach, assistiert vom verletzten Tyler McNeely. Entsprechend rutscht Justin Scheck in die vierte Sturmreihe. Ansonsten vertraute man auf die eingespielten Reihen, um den Wahnsinn fortzusetzen.
Das erste Drittel ging mit 10:4 Schüssen an die Ellentäler, aber sie mussten ab der elften Minute einem Rückstand hinterherlaufen. Der Ausgleich gelang genau sieben Minuten später. Im zweiten Drittel war der Spielverlauf umgekehrt: In Überzahl schoss Alex Dostie unsere Farben in Front, Yannik Valentin glich aus. Im dritten Drittel drehte sich erneut der Spielstand. Die Huskies gingen mit 3:2 in Führung, ehe Arne Uplegger in der 58. Minute ausglich. Dieses Spiel musste in die Verlängerung gehen. Die Overtime dominierte der SCB größtenteils, aber den entscheidenden Treffer erzielte Tristan Keck in der 17. Minute der Verlängerung.
Trotz der Niederlage wurden die Jungs für die sensationelle Saisonleistung mit stehenden Ovationen gefeiert und gebührend in die Sommerpause verabschiedet. Zum Abschluss feierte die Mannschaft mit ihren Frauen, den Kindern und den Fans eine fantastische Saison, die Vorfreude auf die neue Spielzeit macht.
Die Aufstellung der Kassel Huskies mit vier kompletten Reihen in der Verteidigung und lediglich drei kompletten Offensivreihen ließ eine defensive Spielausrichtung vermuten. Die Spieleröffnung zeigte jedoch genau das Gegenteil. Nach dreieinhalb Minuten prüfte Hunter Garlent erstmals unseren Goalie. Alex Dostie setzte auf unserer Seite die erste gefährliche Aktion. Mit einem Heber von der blauen Linie überraschte er Philipp Maurer, der den Puck gerade noch mit der Schulter über die Latte lenkte (5:2).
Erstes Powerplay für den SCB (6:26). Unsere Jungs kamen gut hinein. Brett Kemp war bei einem Querpass durch den Slot einen halben Schritt zu spät und brachte seine Kelle nicht mehr an den Puck – die Ecke wäre frei gewesen. Wer seine Chancen nicht nutzt, wird in der Regel bestraft: Tristan Keck wurde vor der blauen Linie steil angespielt und lief allein auf unseren Goalie zu. Er deutete die Bewegung von Olafr Schmidt richtig und versenkte den Puck zum 0:1 halbhoch neben dem rechten Pfosten (10:09).
Seine ganze Klasse zeigte unser Goalie mit einem grandiosen Save kurz vor dem Ausgleich. Die Steelers drängten weiter. Bastian Eckl feuerte einen Schuss auf das Tor ab, Philipp Maurer konnte diesen nur abprallen lassen. Den Rebound nahm unsere Nummer 71 auf und passte quer auf Jack Dugan, der den Puck zum 1:1 nur noch über die Linie schieben musste (17:01). Das Spiel ging hin und her, aber es fielen keine weiteren Tore.
Das zweite Drittel starteten die Grün-Weiß-Blauen in Unterzahl. Das Penalty Killing funktionierte gut, und Alexander Preibisch hatte sogar die Chance auf ein Unterzahltor, scheiterte jedoch knapp an Philipp Maurer. In den folgenden Minuten dominierte der SCB und setzte Kassel mächtig unter Druck. Bastian Eckl, Jack Dugan und Filip Reisenecker scheiterten mehrfach.
Bietigheim bewies erneut seine Powerplay-Stärke. Der SCB versuchte, sein variables Überzahlspiel aufzuziehen, doch die Huskies konnten sich immer wieder befreien. Brett Kemp schnappte sich den Puck an der blauen Linie, tanzte durch die Abwehr und verlor kurz vor dem Goalie die Scheibe. Diese fiel direkt auf den Schläger von Alex Dostie, der aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung vollendete (17:01).
Die Steelers nutzten das Momentum und drückten die Huskies minutenlang in die Defensive. Doch gegen Ende des Drittels befreiten sich die Gäste, und unseren Jungs gelang es nicht, den Puck aus der Verteidigungszone zu bringen. Yannik Valentin nutzte eine Phase der Unordnung und erzielte den 2:2-Ausgleich (37:15). Somit endete auch dieses Drittel unentschieden.
Im dritten Drittel kam es zu einem offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Die Goalies hielten alles, was auf ihre Kästen kam. Wieder einmal gingen die Kasseler in Führung: Dominic Turgeon brachte seine Farben mit 3:2 in Front.
Unsere Jungs mobilisierten alle Kräfte und forcierten die Offensive. In der EgeTrans Arena standen mittlerweile alle Zuschauer auf den Plätzen und sorgten für einen infernalischen Lärm. Erneut erlöste Arne Uplegger die Fans und erzielte den 3:3-Ausgleich. Nach einem geblockten Schuss stand der Verteidiger goldrichtig und hob den Puck mit der Rückhand in die Maschen (57:54).
Overtime – das erste Tor entscheidet. Die Steelers dominierten die ersten acht Minuten und hatten Torchancen im Sekundentakt, aber der Puck wollte nicht über die Linie. Die Huskies blieben mit Kontern gefährlich. Jeder in der Halle war überrascht, woher unsere Jungs nach diesen zwei schweren Serien die Kraft nahmen.
Man spürte den Willen, dieses Spiel zu gewinnen – doch es kam anders: Tristan Keck beendete alle Träume und schoss seine Farben ins Finale (76:32).
Die Steelers gratulieren den Kassel Huskies zum Erreichen des Finales. Die Mannschaft freut sich auf das Saisonabschlussfest und möchte mit den Fans die erfolgreiche Saison feiern. Details zur Abschlussfeier am kommenden Samstag, den 18. April folgen in den nächsten Tagen.