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Drei Punkte gegen das Schlusslicht
Spielbericht /
Am Freitagabend sahen 3571 Zuschauer in der EgeTransArena ein Eishockeyspiel, das zunächst von zahlreichen Unsicherheiten, Fehlern und Missverständnissen geprägt war, sich im Laufe der Zeit jedoch zu einem spannenden, harten und schnellen Schlagabtausch entwickelte. Der SCB empfing mit Bad Nauheim den Tabellenletzten im Ellental, der aus 6 Anläufen erst 2 Zähler holen konnte. Der Schlittschuhclub hingegen war eigentlich solide in die neue Saison gestartet, konnte seine letzten 3 Spiele allerdings nicht gewinnen. Insbesondere die Art und Weise der Niederlage in Dresden sorgte für den Wunsch nach neuem Selbstvertrauen. Das Heimspiel gegen den ECN bot vor einer lebendigen Kulisse also eine hervorragende Gelegenheit, die für Maksim Hanzek sogar doppelt zählte, denn er gab an diesem Abend sein Profidebüt!
Die Gäste erwischten einen absoluten Traumstart und mit der ersten Großchance gelang dem freistehenden Leon Bußmann direkt der Führungstreffer. Zuvor wurde Felix Noack bereits von 2 Angreifern schwindelig gespielt, sodass der Youngster nur noch ins leere Tor einschieben musste. Das Gegentor rüttelte die Steelers wach und so wurden auch auf Gerald Kuhn erste Schüsse abgefeuert. In der 9. Minute brachte Dugan die Scheibe mit der Rückhand in den Slot, wo sich Fonstad platziert hatte, um die Hereingabe zum 1:1 zu verwerten. In der Mitte des ersten Drittels gewannen die Steelers langsam die Überhand, doch insgesamt wurde die Partie weiterhin von zahlreichen Unsicherheiten geprägt. Körperliche Härte war nahezu gar nicht vorhanden und vor allem defensiv kam es auf beiden Seiten zu riskanten Pässen im eigenen Drittel. Kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs konnte Stephen Harper das 1:2 erzielen. Am rechten Bullykreis hatte er freie Schussbahn und durfte eiskalt abschließen. Racuk bekam anschließend zwar noch die große Ausgleichsgelegenheit, doch sein Abschluss aus wenigen Metern war zu zentral, um Nauheims Goalie Gerald Kuhn vor ernsthafte Probleme zu stellen.
Im 2. Drittel bemühten sich beide Mannschaften um eine konzentrierte Abwehrleistung. Die Offensive wurde dadurch zunächst vernachlässigt, was dazu führte, dass die Partie erst nach dem Powerbreak wieder an Tempo gewann. Ein Beinstellen von Jesse Kauhanen brachte den SCB zudem erstmals ins Powerplay. Die Schwaben konnten sich festsetzen und der Puck trudelte mehrmals direkt vor den gegnerischen Kasten, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Auch Cole Fonstad traf nur den Außenpfosten. Ein fahrlässiger Puckverlust von Tim Bender ermöglichte im Gegenzug dem Goldhelm der Hessen Matt Marcinew einen Breakaway, doch Noack entschied das Privatduell für sich. Ein zweites Powerplay nur wenige Minuten später führte zu einer enormen schwäbischen Druckphase mit zahlreichen Großchancen, die auch nach Ablauf der Strafe nicht aufhören wollte. In der 39. Minute fälschte Ritchie Upleggers Schuss von der blauen Linie ab und sorgte für den verdienten Ausgleich vor dem letzten Gang in die Kabine.
Im dritten Durchgang konnten die Steelers erstmals in Führung gehen. Nach 17 Sekunden in Überzahl fiel das Tor in der 45. Minute: Dugan fand am rechten Bullykreis Cole Fonstad, der mit roher Gewalt per Onetimer abschloss. Kuhn war zwar dran, letztlich trudelte die Scheibe jedoch über die Linie. In der Folge entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Dugan traf aus spitzem Winkel die Latte, nachdem zuvor auf der anderen Seite Noack bezwungen war und der Puck nur knapp am Kasten der Schwaben vorbeischlitterte. Die beiden Teams zeigten auf den letzten Metern völlig neue Gesichter und auch körperlich hatte die Partie plötzlich was zu bieten. Die Hessen waren dazu gezwungen, alles nach vorne zu werfen, was den Steelers Chancen auf Konter eröffnete. Diese wurden allerdings nicht genutzt, sodass das Geschehen auf dem Eis nicht an Spannung verlor. Ohne Torhüter mobilisierte der Gast seine letzten Kräfte. Fischer ließ die Entscheidung zwar vorerst liegen, doch nur wenige Sekunden später machte Jack Dugan mit dem Empty-Net-Tor alles klar.
In Summe steht nach 60 Minuten ein verdienter 4:2-Sieg auf der Anzeigetafel. Die anfänglichen Schwierigkeiten konnte der SCB im Laufe der Zeit in den Griff kriegen und einen echten Befreiungsschlag nach zuletzt glücklosen Auftritten einfahren. Am Sonntag geht’s für die Grün-Weiß-Blauen um 17 Uhr in Crimmitschau weiter. Unterstützt die Jungs gerne vor Ort oder schaltet ein bei sporteurope.tv!