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Endlich Playoffs! Das Württemberg-Duell steht bevor
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Am Dienstag beginnt für uns die beste Zeit des Eishockeykalenders – die Playoffs! In der „Best-of-7-Serie“ kommt es zum mit Spannung erwarteten Baden-Württemberg-Duell mit den Ravensburg Towerstars. Es ist das erste Playoff-Aufeinandertreffen in der Geschichte beider Clubs – allerdings nicht das erste Duell in einer entscheidenden Phase. In den Spielzeiten 1994/95 und 1995/96 spielten beide Teams gemeinsam in der 2. Liga Süd (damals die dritthöchste Liga) und qualifizierten sich zusammen für die damalige Aufstiegsrunde. In den insgesamt vier Begegnungen siegte der damalige EV Ravensburg dreimal, während der SC Bietigheim einmal gewann. 1996 stiegen die Towerstars in die 1. Liga Süd auf, die Steelers folgten ein Jahr später in die „Hacker-Pschorr-Liga“. Doch der EVR musste nach nur einer Saison wieder absteigen. Genug Geschichte – ab Dienstag wird ein neues Kapitel geschrieben.
Ein Blick auf die aktuelle Saison
Betrachtet man den Saisonstart der diesjährigen DEL2, hätte wohl kaum jemand erwartet, dass der Vierte aus Ravensburg auf den Fünften aus Bietigheim treffen würde. Nach dem ersten Viertel der Hauptrunde lagen die Towerstars auf Platz zehn, während die Steelers, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Aufwind befanden, noch Rang 13 belegten. Doch beide Teams steigerten sich im Verlauf der Saison enorm. Vergleicht man das letzte Viertel der Hauptrunde, trifft nun der Tabellenführer aus Ravensburg auf den Zweitplatzierten aus Bietigheim. Es ist das Duell zweier der aktuell heißesten Teams der Liga. Auch ein Blick auf die ewige Tabelle der DEL2 zeigt die Bedeutung dieses Duells: Beide Teams belegen die ersten beiden Plätze. Seit Bestehen der Liga standen die Steelers sechsmal im Finale (dreimal Meister), die Towerstars viermal (zweimal Meister). Beide Clubs krönten sich zudem jeweils einmal zum Meister der Vorgängerliga, der 2. Bundesliga.
Direkte Duelle der Hauptrunde und die Gesetze der Playoffs
Die vier direkten Duelle in der Hauptrunde gingen allesamt an die Towerstars, die dabei lediglich einen Punkt an die Steelers abgaben. Doch wer daraus auf eine klare Serie schließt, sollte gewarnt sein: Die Playoffs haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Ein Blick auf die aktuelle Saison zeigt, dass auch Regensburg alle Hauptrundenspiele gegen Rosenheim gewann – und dennoch ist in den Playoffs alles möglich.
Der Trainer
Der 45-jährige Bo Subr weiß, wie man Meisterschaften gewinnt. Von 2015 bis 2018 gewann er mit Tilburg dreimal in Folge den Titel in der Oberliga. Mit den Löwen Frankfurt gewann er 2022 die DEL2 (gegen Ravensburg) und stieg mit den Hessen in die PENNY DEL auf. Doch er kennt auch bittere Niederlagen: 2023 mit Kassel als Titelfavorit im Halbfinale gescheitert. Ein Jahr später erneut als Meisterschaftsanwärter das Finale gegen Regensburg verloren. 2025 in seinem ersten Jahr in Ravensburg gleich ins Finale gekommen, doch auch hier musste er sich gegen Dresden in sieben Spielen geschlagen geben. Doch wo Bo Subr ist, ist „Erfolg“ – in den vier vorangegangen Jahren mindestens das Halbfinale erreicht und eine Meisterschaft gefeiert. Bo wird nach der Saison die Towerstars verlassen.
Starke Besetzung im Tor
Im Tor sind die Towerstars hervorragend aufgestellt. Mit Ilya Sharipov, dem ehemaligen Meister-Goalie der Steelers, und dem talentierten Nico Pertuch verfügen sie über zwei starke Optionen. Sharipov, der in 36 Hauptrundenspielen eine Fangquote von 88,8 % und einen Gegentorschnitt von 2,97 erreichte, bringt zudem wertvolle Playoff-Erfahrung mit – zweimal wurde er bereits DEL2-Meister. Der 20-jährige Pertuch überzeugte in 13 Einsätzen mit einer Fangquote von 90,1 % und einem Gegentorschnitt von 2,38. Zudem gewann er beide seiner DEL-Einsätze für Ingolstadt.
Eine gefestigte Defensive
Die Defensive der Oberschwaben, zu Saisonbeginn noch die Achillesverse, stabilisierte sich im Laufe der Spielzeit deutlich. In den letzten fünf Hauptrundenspielen kassierte das Team lediglich fünf Gegentore. Viel Verantwortung übernehmen die erfahrenen Verteidiger Julian Eichinger, Simon Sezemsky, Denis Pfaffengut und Florin Ketter, die sich auch offensiv immer wieder in Szene setzen. Eichinger sammelte bislang 23 Punkte, Sezemsky 20. Der 21-jährige Niklas Hübner, ein Talent vom Kooperationspartner aus Schwenningen, steuerte in 23 Spielen neun Punkte bei. Mit Philipp Mass steht zudem ein Verteidiger im Kader, der trotz seiner erst 25 Jahre bereits 162 DEL-Spiele absolviert hat. Komplettiert wird die Stamm-Defensive von Ryan Odude und Lukas Jung.
Eine gefährliche Offensive
In der Offensive führt kein Weg an Robbie Czarnik vorbei. Der 36-jährige US-Amerikaner ist seit sechs Jahren das Herzstück des Ravensburger Angriffs und ein echter Playoff-Spezialist: In 80 Endrunden-Spielen für die Towerstars erzielte er 94 Punkte (47 Tore). In der Hauptrunde kam er auf 29 Tore und 29 Assists in 50 Partien. Unterstützung erhält er von Mark Rassel, der mit 38 Toren in 52 Spielen die Torjägerkanone der DEL2 gewann. Auch der Schwede Erik Karlsson überzeugt mit Spielintelligenz und punktete in der Hauptrunde 49-mal (16 Tore, 33 Assists). In den letztjährigen Playoffs sammelte er 20 Punkte in 16 Partien. Odeen Tufto, im Dezember nachverpflichtet, fügte sich mit 26 Punkten in 27 Spielen nahtlos ein. Tufto spielte in der vergangenen Saison noch gemeinsam mit Jack Dugan in Fort Wayne. Mit den Brüdern Nick und Louis Latta hat man nicht nur zwei hart arbeitende, sondern ebenso torgefährliche Spieler im Team. Thomas Reichel, Marvin Schmid und Matej Mrazek bringen Scoringtouch und Erfahrung mit. Schmid und Mrazek wissen zudem, wie man in der DEL2 Meisterschaften gewinnt (Schmid mit Ravensburg, Mrazek mit Dresden). Mit 160 erzielten Treffern in der Hauptrunde stellten die Towerstars die zweitwenigste Offensive der Top-Sechs-Teams.
Special Teams und Disziplin als Schlüssel
Ein entscheidender Faktor in den Playoffs sind die Special Teams. Hier zeigten die Towerstars in der Hauptrunde das die Quoten noch ausbaufähig sind: Mit einer Powerplay-Quote von 14,5 % belegten sie den letzten Platz, während sie in Unterzahl mit 77,6 % auf Rang zehn landeten. Allerdings erzielten sie mit sieben Unterzahltoren ligaweit die meisten – gemeinsam mit Düsseldorf. Die Steelers waren im Powerplay erfolgreicher (23,8 %, Platz fünf) und in Unterzahl etwas stabiler (78,1 %, Platz acht). Beide Teams verbrachten jedoch viel Zeit auf der Strafbank: Ravensburg sammelte 561 Strafminuten, Bietigheim 603. Auffällig ist, dass die jeweiligen Topscorer, Robbie Czarnik (55 Strafminuten) und Jack Dugan (113 Strafminuten), die meisten Strafen kassierten. Doch in den Playoffs wird alles auf null gestellt.
Auf ein faires und spannendes Duell
Am Dienstag um 20 Uhr fällt in der CHG Arena der Startschuss für diese mit Spannung erwartete Serie. Wir freuen uns auf volle Stadien, eine überragende Stimmung und ein faires Duell – sowohl auf den Rängen als auch auf dem Eis. Möge es spannend und in gesunder Härte zugehen. Tickets für unsere Heimspiele gibt es noch im Ticketshop.
Endlich Playoffs!