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Under Review: Fünf Gründe für Platz Fünf

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Under Review: Fünf Gründe für Platz Fünf

Mit 89 Punkten aus 52 Spielen melden sich die Steelers eindrucksvoll in der DEL2 zurück – eine bemerkenswerte Comeback-Saison des Aufsteigers. Als Aufsteiger gingen die Schwaben im September 2025 in ihre zehnte DEL2-Saison. Nur der Viertelfinalgegner, Ravensburg Towerstars, haben seit Ligagründung mehr Spiele absolviert als Bietigheim. Fragen wie „Ist die Abwehr zu alt?“ oder „Kann Goalie Schmidt seine Leistungen aus der Oberliga bestätigen?“ wurden eindrucksvoll beantwortet. Wir fassen die fünf Gründe für Platz fünf zusammen.

Die Kontingentspieler stechen

Kontingentspieler sind immer ein Risiko – in Bietigheim wurden sie zum Trumpf. Jack Dugan war noch nie in Europa aktiv und auch Brett Kemp fehlte in der Vorsaison lange verletzt. Dass beide Stürmer am Ende der Hauptrunde auf Platz drei und vier der Topscorerliste stehen würden, war so nicht zu erwarten.

Hinzu kommt Marek Racuk. Der Angreifer, der bereits in der Oberliga zu den besten Spielern der Liga gehörte, fand sich im Laufe der Saison immer besser zurecht. Im Februar wurde er nach starken neun Treffern und zehn Vorlagen zum EishockeyNews-Spieler des Monats gewählt.

Ein echter Glücksgriff war auch die Verpflichtung von Cole Fonstad, der erst im Oktober 2025 zum Team stieß. Der Intuitionsspieler überzeugte ohne Anlaufzeit, wurde schnell zum Motor des Powerplays und beflügelte das Offensivspiel förmlich.

Das Goalie-Duo überzeugt

Vor der Saison gab es Zweifel am Goalie-Gespann der Steelers. Olafr Schmidt galt zwar als bester Schlussmann der Oberliga, und auch Florian Mnich gehörte zeitweise zu den vielversprechendsten Nachwuchsgoalies Deutschlands. Allerdings kamen beide Torhüter in ihren letzten DEL2-Spielzeiten nur auf eine Siegquote von rund 30 Prozent.

Schmidt konnte in der Saison 2023/24 trotz starker Playdowns den Abstieg nicht verhindern, während Mnich verletzungsbedingt komplett pausieren musste.

In der abgelaufenen Hauptrunde konnten beide mehrfach ihr Können unter Beweis stellen und waren stets ein sicherer Rückhalt. Von allen Starting-Goalies belegt Schmidt mit einem Gegentorschnitt von 2,71 den sechsten Rang. Auch Mnich wusste zu überzeugen – unter anderem mit drei Siegen gegen die Topteams aus Kassel und Krefeld.

Alter? Nebensache.

Mit einem Durchschnittsalter von knapp 30 Jahren gehört die Defensive zu den erfahrensten der DEL2. Verteidiger jenseits der 30 gelten zwar nicht mehr als die dynamischsten Akteure auf dem Eis, doch die Routiniers um Pawel Dronia, Tim Schüle und Sören Sturm konnten dies meist mit ihrer Erfahrung kompensieren.

Offensiv erreichte das Duo Dronia/Sturm zwar nicht die Durchschlagskraft der Play-offs vor einem Jahr, als beide zu den wichtigsten Erfolgsgaranten beim Aufstieg gehörten. Dennoch sorgten sie für Stabilität im Defensivverbund.

Bei Tim Schüle drängte sich sogar der Eindruck auf, dass ihm die DEL2 noch etwas besser liegt als die Oberliga. Auch der mittlerweile 38-jährige Tyler McNeely zeigte mehrfach, dass er Spiele in dieser Liga noch immer prägen und entscheiden kann.

Dem Verletzungspech getrotzt

Verletzungen begleiteten die Steelers durch große Teile der Saison und brachten das Team sowohl zum Saisonstart als auch zum Jahresbeginn an seine Schmerzgrenze. Nur Pawel Dronia und Ratislav Judin standen in allen 52 Spielen im Kader. Gerade mit der kurzen Bank rückte die Mannschaft jedoch enger zusammen. Häufig entstand der Eindruck, dass in diesen Phasen der Wille noch einmal gewachsen sei.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel lieferte der 23. Januar beim Auswärtsspiel in Kassel. Sechs Stammkräfte fehlten, die Steelers traten mit nur fünf gelernten Verteidigern und zwei Kontingentspielern an. Nach Overtime und einem echten Kraftakt entschieden sie die Partie dennoch für sich – eine der beeindruckendsten Leistungen der Saison.

Die Festung Ellental

Die uneinnehmbare Festung Ellental ist zurück in der DEL2. Von 26 Heimspielen konnten die Steelers 16 für sich entscheiden. Über 96.000 Zuschauer strömten ins Ellental und sorgten dafür, dass die EgeTrans Arena wieder zu einer echten Festung wurde. Im Vergleich zur Saison 2023/24, als zuletzt DEL2-Eishockey geboten wurde, waren es 27.560 Zuschauer weniger.

An sieben Spieltagen kamen mehr als 4.000 Zuschauer in die EgeTrans Arena, und nur einmal lag die Kulisse unter 3.000 Besuchern. Gerade in engen Spielen ist das Publikum und vor allem die Enztalkurve das Zünglein an der Waage – darauf setzen die Steelers auch im Viertelfinale gegen die Ravensburg Towerstars.

von Markus Willrett